The Nationwide Weekly Telegraph

2008-07-19 (11:14) von Kevin Keegan
Birminghams Lauf und Pompeys letzte Chance
Premier League: Birmingham hält Spitze, Schlusslicht mit neuem Manager In der englischen Premier League steckt grösstenteils noch Sand in den Getrieben der Spitzenteams, wovon die Underdogs nach wie vor profitieren. Birmingham City hält sich trotz der ersten Niederlage in der aktuellen Spielzeit (2:3 in Wigan) an der Spitze. Mit 25 erzielten Toren stellen die Blues die offensivstärkste Mannschaft der Liga, und diesen Status bestätigten sie auch beim hochklassigen 3:3 in Newcastle. Beide Teams schenkten sich nichts und spielten vor rund 52000 Zuschauern kompromisslos nach vorne. Darum überrascht es umso mehr, dass Newcastle nur auf Platz 11 liegt, wenn auch der Rückstand auf einen Champions League-Platz gerade mal 3 Punkte beträgt. Birmingham hingegen kann sich nun endgültig Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison machen, wenn auch der Meistertitel (wohl) eine zu hohe Hürde darstellt. Aber man weiss ja nie… Auch auf Platz zwei hat sich nichts geändert, wo sich nach wie vor die Queens Park Rangers aus London in Lauerstellung befinden. Auch sie erlitten mit dem 1:3 gegen Cardiff ihre erste Saisonniederlage, doch mit einem hart erkämpften 1:1 an der Anfield Road überraschte man selbst den eigenen Anhang ein weiteres Mal. Bei dem Rangers fragt man sich ebenfalls, wie lange sie sich so weit oben halten können. Doch vorhersagen nützt sowieso nichts – geniessen wir einfach die erfrischend aufspielenden Überraschungsteams! Dahinter folgt der FC Chelsea, der seine Form anscheinend wieder gefunden hat, wie das 4:0 in Ipswich bestätigte. Chelsea befindet sich nun in einer komfortablen Situation, ist man doch eines der wenigen Spitzenteams, die derzeit ihr Potential abrufen. Der letzte Champions League-Platz wird nach wie vor von den Royals aus Reading besetzt. Zwar war das ärgerliche 3:3 in Burnley ein kleiner Rückschlag, dennoch darf die Entwicklung dieses Kleinclubs als erfreulich bewertet werden, was auch Manager BazDerd eine unangefochtene Position im Verein verschafft. Der stolze Meister Liverpool rutscht immer weiter ab, was auch Erfolgsmanager Martin ins Grübeln bringt. Letzte Woche berichtete der Telegraph schon, dass im Verein etwas Unruhe herrscht, und das dürfte sich zumindest nach der 1:2 Niederlage im St. James Park zu Newcastle und dem Pokal-Out in Portsmouth (mehr dazu in der FA-Cup-Sektion!) nicht geändert haben, denn die Spielweise liess grosse Zweifel aufkommen. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation an der Merseyside weiterentwickelt. Eines ist sicher: Es wäre ein Fehler, den langjährigen Erfolgstrainer Martin zu entlassen. Und die Realisierung eines solchen Akts ist auch ziemlich unwahrscheinlich, kommt doch die Unruhe im Verein eher aus Richtung der Opposition, die sich damit Gehör verschaffen will. Doch die aktuelle Vereinsführung sitzt fest im Sattel, womit auch die Position des Trainers nicht gefährdet sein dürfte, denn er hat das volle Vertrauen von Hicks, Gillette & Co. Falls dies so bleibt, kommt auch Liverpool wieder in Fahrt, daran zweifelt kein Aussenstehender. Eine ruppige Talfahrt erlebte der FC Sunderland, der von Platz 3 gleich auf Platz 12 (!) abrutschte, da er sich zuletzt drei Niederlagen erlaubte. Ebenso ärgerlich: Man ist hinter den verhassten Rivalen aus Newcastle zurückgefallen… Jedenfalls darf man sich jetzt schon auf das nächste Tyne-Wear-Derby freuen. Torreiche Wochen erlebte Norwich City: Gleich zwei Spiele gingen mit 0:4 verloren (Southampton, Wigan), während man gegen Burnley mit demselben Resultat zurückschlug. Die Vereinspräsidentin und berühmte Köchin Delia Smith bemerkte: In den nächsten drei Wochen probieren wir es mal mit der Zahl 5…! Auf den Abstiegsplätzen kleben nach wie vor Leicester, Burnley und Portsmouth. Burnley seinerseits konnte mit dem 1:0 gegen das katastrophale Portsmouth (noch ohne Tor!) seinen ersten Saisonsieg einfahren, während Pompey ganz andere Probleme hat. Mit einem Punkt aus 9 Spielen zog der Titelverteidiger im FA Cup die Handbremse und verpflichtete Kevin Keegan (ex-West Brom) als neuen Manager. Er soll das Team von der Südküste vor der Relegation bewahren, was er als riesige Herausforderung ansieht: Es wird ein schmaler, steiniger Weg, aber ich freue mich unglaublich, in der besten Liga der Welt arbeiten zu können, bemerkte Keegan. Vor uns stehen also spannende Wochen: Wer bleibt an der Spitze? Wie geht es mit dem Meister weiter? Gerät der Pokalsieger noch mehr in Gefahr? All dies und noch vieles mehr in der nächsten Ausgabe, jetzt gehts aber erstmal eine Liga tiefer. Championship: Neuer Leader und ein spektakuläres Derby In der 2. Liga gibt es im Gegensatz zur Premier League einen neuen Leader, der aus Manchester stammt. Nein, nicht United, sondern City. Die Citizens machten einen Sprung von 10 auf 1 und streben nun mit Manager Vince nicht nur den Aufstieg an, sondern auch die Blamage von Man Utd. The only big club in the city stand auf einem Plakat eines Fans im City of Manchester Stadium, natürlich eine Anspielung auf den grossen Stadtnachbarn, der derzeit alles andere als gross aussieht. Es wäre eine unglaubliche Situation – City in der Eliteliga, United in der Championship. Aber nach neun gespielten Partien sollte man noch keine voreiligen Schlüsse ziehen, haben sich doch die Red Devils nach sieben Punkten aus drei Spielen wieder etwas gefangen. Charlton musste nach der ersten Saisonniederlage gegen Nottingham seine Leaderposition wieder abgeben. Auch die Spurs rutschten mit der ersten Pleite der laufenden Saison (1:3 gegen York) einen Platz nach unten; Beide sind aber nach wie vor auf den Aufstiegsplätzen klassiert. Sheffield United, nach drei Spielen noch Tabellenführer, befindet sich weiterhin im Abwärtstrend, insbesondere das 0:4 beim AFC Wimbledon war ein herber Rückschlag für die ambitionierten Blades, die die Rückkehr in die Premier League anstreben. Dies tut auch West Bromwich Albion, das sich jedoch einen neuen Trainer suchen muss. Kevin Keegan warf nach dem 0:1 bei ManCity entnervt das Handtuch (siehe dazu auch Bericht in der PL-Sektion) als Manager der Baggies. Nach eigenen Aussagen akzeptierte ihn die Mannschaft nicht mehr, womit eine weitere Zusammenarbeit sinnvollerweise nicht mehr angestrebt wurde. Einmal mehr zeigt dies die Macht der Spieler auf: Hat der Manager sie gegen sich, kann er nichts tun, als zu resignieren. Es drängt sich nur die Frage auf, wieso Keegan nicht mehr akzeptiert war. Mit seiner sehr offensiven Spielphilosophie stiess er wohl bei den Spielern auf zuviel Widerstand. Noch letzte Woche sprachen er und die Vereinsführung von einer langen Zusammenarbeit, Keegan beteuerte, den Club sicherlich nicht zu verlassen. Daraus lässt sich schliessen, dass er innerhalb kürzester Zeit von der Mannschaft erheblich kritisiert worden sein muss, sprich nach der Niederlage bei Manchester City, wo seine Mannschaft kurz vor Schluss in einen Konter gelaufen war. Noch einen Spieltag zuvor schien die Welt in Ordnung zu sein, das 5:0 im Derby gegen die Wolves begeisterte die Fans, welche Keegan immer auf seiner Seite hatte. Doch das Spektakel nahm ein jähes Ende. Paradoxerweise musste KK beim FA Cup-Spiel gegen Liverpool – nach seinem Rücktrittsangebot – noch auf der Bank sitzen! Keegan versuchts nun in der Premier League und will Pompey vor dem Abstieg retten. Auf den Abstiegsplätzen liegen neu Millwall, nach wie vor Crystal Palace und die Bolton Wanderers, die gerade mal die Positionen getauscht haben, sowie Derby County mit der roten Laterne, welches mit 0:15 Toren und zwei Pünktchen einen desaströsen Saisonstart zu verarbeiten hat. Geht es nicht sofort aufwärts, gehen auch im Pride Park langsam die Lichter aus. FA Cup: Zwei mal grosses Verblüffen In der ersten Runde des ältesten Pokalwettbewerbs der Welt gab es zwei faustdicke Überraschungen. Zwar ist der FC Portsmouth der letztjährige Gewinner, doch befindet sich der Club in einer grossen Krise. Zu Gast im Fratton Park war der Meister aus Liverpool, und der musste nach einem packenden Spiel die lange Heimreise in den Norden mit einer 2:3-Niederlage im Gepäck antreten. Auch dieses Resultat erhöht den Druck auf die erfolgsverwöhnte Mannschaft, obwohl der Pokal nicht zu den vorrangigen Zielen gehört. Jetzt müssen die Augen auf die Premier League und die dortige Titelverteidigung gerichtet werden. Der kriselnde FC Portsmouth wiederum kann nach wie vor von der Titelverteidigung träumen und trifft in der nächsten Runde auf Aston Villa. Für die zweite Überraschung sorgte der ebenfalls kriselnde FC Burnley. Dieser siegte an der Stamford Bridge mit 3:2, sorgte mit frechem Offensivspiel für grosses Verblüffen und einen roten Kopf bei Roman Abramovich. Chelsea kann sich jetzt zwar ebenfalls auf die Liga konzentrieren, trotzdem ärgerten sich Spieler wie Trainer José Mourinho gleichermassen über die wiederum verpasste Chance. Manchester United ist in der Championship ein Schatten seiner grossen Tage, und im Pokalspiel gegen die Magpies aus Newcastle sah es nicht anders aus: 1:3 das harte Verdikt nach 90 Minuten. Ein gellendes Pfeifkonzert war die Quittung für ein lahmes, ideenloses Spiel der Heimmannschaft vor immerhin knapp 60000 Zuschauern. Die Gäste mussten nicht einmal besonders gut spielen, um mit dem Sieg nach Hause zu fahren. Es war schon lange nicht mehr so einfach wie in den heutigen Tagen, im Old Trafford zu punkten… Das torreichste Spiel ereignete sich an der White Hart Lane im Spiel zwischen Tottenham Hotspur und Everton. 20 Minuten vor Schluss stand es noch 2:2, dann erzielte Robbie Keane den Führungstreffer für die Spurs, bevor die Toffees zurückschlugen und innerhalb von zwei Minuten (81./83.) das Spiel drehten und somit für den 3:4-Schlussstand und das Weiterkommen sorgten. Die weiteren Teams, die es in die nächste Runde geschafft haben: Huddersfield (3:2 vs. West Ham), ManCity (1:0 vs. Bolton), Blackburn (3:0 bei Derby) und Southampton (7:6 n.E. vs. Fulham). Wir erwarten mit Spannung die nächste Runde mit einigen interessanten Paarungen!



2008-07-09 (13:48) von Kevin Keegan
Wochenshow England
Premier League: Überraschungen an der Spitze – Pokalsieger am Tabellenende! In der Premier League überraschten in den letzten Spielen vor allem Teams, die man nicht so weit vorne erwartet hätte. Zuoberst stehen mit 18 von 18 möglichen Punkten für einmal nicht die Blues aus London, sondern diese aus Birmingham. Überzeugend war vor allem der 4:0 Sieg beim Neuling aus Southampton. In den nächsten Wochen entscheidet sich der Weg für Birmingham City endgültig: Bleibt man auf Champions League - Kurs oder muss man sich doch wieder mit weniger begnügen? Manager Edeljoker jedenfalls kann mit dem Saisonstart mehr als zufrieden sein, was sich auch in den Zuschauerzahlen widerspiegelt: Die beiden letzten Spiele waren ausverkauft. Gleich hinter dem Tabellenführer ist ein weiterer Verein überraschend weit vorne klassiert: Die Queens Park Rangers überraschten mit Offensivfussball und erteilten Arsenal eine mehr als peinliche Niederlage. Ebenso trotzte man Jose Mourinhos Chelsea einen (verdienten) Punkt ab, mit etwas mehr Glück wäre sogar mehr möglich gewesen. Auf den Plätzen 3 und 4 folgen die Black Cats aus Sunderland und der FC Reading, die aber am letzten Spieltag beide schmerzliche Niederlagen erleiden mussten. Im Madjeski Stadium konnte man bei Reading – Southampton eines der bisher besten Spielen der laufenden Saison erleben, indem das Heimteam schliesslich gegen die Saints mit 3:4 den Kürzeren zog. Sunderland unterlag Cardiff in einem schwachen Spiel mit 0:1, obwohl man von sich behaupten konnte, mehr fürs Spiel getan zu haben. Die Spitzenteams folgen in der Tabelle erst weiter unten. Der Meister aus Liverpool steht mit dem 5. Platz noch am Besten da, doch aus Fankreisen konnte man nach der 1:4 Schlappe bei Wigan vermehrt hören, dass einige Spieler eine ‚Schande’ für diesen Verein seien. Wenigstens konnte man den Lokalrivalen Everton mit demselben Resultat schlagen, was die Unruhe im Club etwas verschwinden liess. Fernando Torres konnte sich mit einem Hattrick auszeichnen, was auch Managerfuchs Martin etwas Luft verschafft. Es wäre jedenfalls eine grosse Überraschung, wenn dieser seinen Verein nicht wieder vollständig auf Kurs bringen würde. Mit Chelsea (6.), Arsenal (8.), Newcastle (10.) und Pokalsieger Portsmouth (20.) stehen aber noch eine Reihe ambitionierter Vereine noch nicht dort, wo sie hinwollen. Vor allem Pompey steckt in einer tiefen Krise, steht man doch noch mit 0 Punkten und keinem einzigen erzielten Tor da. Sollte diese Form anhalten, wird wohl auch Manager Rolands Posten nicht mehr zu retten sein. Die Abstiegsplätze komplettieren Leicester und Burnley, aber bei diesem Stand der Saison sollte man noch keinen klaren Abstiegskandidaten definieren. Immerhin sind noch 32 Runden zu spielen. Championship: Zwei ungeschlagene In der zweiten Liga Englands geht es wie immer eng zu und her. An der Tabellenspitze behaupteten sich die weiterhin ungeschlagenen Teams von Charlton und Tottenham. Die Hotspurs glänzten dabei mit zwei dramatischen 3:2 Siegen und unterstrichen damit ihr (offensives) Potential. Dahinter folgt der bisherige Tabellenführer Sheffield United, der beim 1:3 bei West Bromwich Albion einen ersten Rückschlag in Kraft nehmen musste. West Brom hingegen kehrte damit nach zwei Niederlagen mit je 3 Gegentoren wieder zum Siegen zurück. Das einst so stolze Manchester United taumelt nun auch in der 2. Liga – zuletzt mit zwei 0:4 Niederlagen! Nach dem Heimspiel gegen Nottingham ernteten die Akteure ein gellendes Pfeifkonzert, welches auch Trainer woelfli vernommen haben dürfte. Sein Stuhl wackelt jetzt schon so sehr, dass er sich kaum noch mehr Ausrutscher erlauben darf. Direkt hinter Manchester folgen auf den Abstiegsrängen York City, Bolton, Crystal Palace und Derby (mit 0 Toren). Immerhin ist keine der genannten Mannschaften punktlos, was also noch nicht wirklich viel aussagt. Freuen wir uns auf die nächsten Spiele – die Saison hat mit einigen Überraschungen begonnen, so spannend soll es doch weitergehen!



2008-01-28 (15:30) von Kevin Keegan
Wochenshow England
Hier findet ihr in kürze die Wochenshow von England. Kevin Keegan berichtet exklusiv aus den englischen Stadien ;-)



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